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Foodwaste: Ist das Müll?!

Bild des Benutzers JuBla St. Paul
Gespeichert von JuBla St. Paul am Dienstag, 13. Juni 2017 — 11:04
Durchschnitt: 5 (1 Stimme)
Schwierigkeitsgrad : 
mittel
Vorbereitungsaufwand: 
mittel
Anzahl benötigter Leiterinnen und Leiter: 
15 Leiterinnen und Leiter
Aktivitätsdauer: 
ein ganzer Tag

Bei diesem zweiteiligen Geländespiel geht es um die spielerische Sensibilisierung auf das Thema Foodwaste.

Faires Lager

Dieses Spiel ist im Wettbewerb Faires Lager aus dem Jahr 2016 entstanden.

Ist das Müll?! Nein wohl eher nicht. Und genau darum geht es in diesem Geländespiel. Die Leiter sind aufgebracht: sie haben gesehen wie frisches Brot in den Abfall geworfen wurde. Dies soll verhindert werden!
Das Geländespiel ist in zwei Teile aufgeteilt und dreht sich rund um das Thema Foodwaste. Im Teil 1 wird gecontainert. Aber oh Schreck! Die Ladenbesitzer haben gemerkt, dass wir bei ihnen im «Abfall» gewühlt haben. Wie können wir sie beruhigen? Ein Wettkochen steht im Teil 2 an.

Ist das Müll?!

Viele Menschen leiden unter Hunger und doch wird täglich eine unglaubliche Menge an (noch gutem) Essen weggeworfen. Wie kann das sein? Ein zentrales Lebensmittel, welches oft im Container landet ist Brot. Brot ist auch ein zentrales Produkt unserer Lagerküche. In 2 Teilen, welches aus einem Nachtgame und dem Tag danach besteht, wollen wir den Lagerteilnehmenden das Thema Foodwaste näher bringen. Es sind Spiele verbunden mit einem kurzen RF.

Teil 1: Nachtgeländespiel

 Es werden benötigt …

  • … 5 Container (alternativ: 5 grosse Holzkisten)
  • … 7 Sicherheitsangestellte (7 verkleidete Leitungspersonen)
  • … 1 Gefängnis (Beispielsweise abgesteckter Teil beim Essenszelt)
  • … 2-3 Überwachungspersonen vor dem Gefängnis
  • … evt. Lampen, welche den Lagerplatz ein wenig beleuchten können
  • … Brote
  • … hygienischer Abfall. D. h. Abfall, welcher man in die Container tun kann, das Brot jedoch nicht verschmutzen (zum Beispiel sauberer Plastik, etc.) Zudem Abfall an dem man sich nicht schneiden kann.

Vorbereitung

Die Container werden (ohne das es die Kinder sehen) mit Broten und dem hygienischen Abfall gefüllt. Sie werden, nachdem die Kinder schlafen gegangen sind, auf dem Lagerplatz verteilt. Wenn vorhanden werden noch die Lampen aufgestellt und dann kurz vor dem Nachtgame angezündet.

Das Gefängnis wird abgesteckt. Die Sicherheitspersonen verkleiden sich einheitlich, so, dass man sie gleich erkennt und ebenfalls die Überwachungspersonen. (Beispielsweise ein weisses Halstuch.) Die Überwachungspersonen gehen zum Gefängnis. Sie sind dafür verantwortlich, dass niemand einfach so ausbricht.

Zum Spiel

Am Abend zuvor

Am Nachmittag kommt die Lagerküche wütend vom Einkaufen zurück. Wir fragen was los sei. Sie erklären uns wie sie gesehen hat, wie eine Bäckerei und auch vier weitere Einkaufsläden einfach alles frische Brote in den Abfall geworfen hätten. Als die Lagerküche gefragt hat wieso sie das einfach wegwerfen, haben sie geantwortet, sie können sie nicht mehr verkaufen können, weil sie schon einen Tag alt seien. Als die Lagerküche gefragt hat, ob sie sie dann haben können, lachten die Ladenbesitzer bloss und sagten, sicher nicht, sonst würden sie ja gar nichts mehr verdienen. Ein Fall von Foodwaste?

Wir werden wütend, dass einfach so Esswaren weggeworfen werden und entschliessen das Brot aus den Containern dieser Lebensmittelläden zu fischen. Das können wir allerdings erst im Dunkel der Nacht machen.

Die Kinder werden in fünf Gruppen aufgeteilt, es wird geschaut, dass jede Gruppe  vom Alter fair durchmischt ist.

Nachtgame

Die Kinder werden geweckt und suchen ihre entsprechende Gruppe. Jede Gruppe bekommt sozusagen zur Betreuung noch eine Leitungsperson zugewiesen. Sie erklärt den Kindern nochmals die wichtigsten Spielregeln. Die Leitungsperson ist per Telefon mit den anderen Gruppenleitungspersonen in Kontakt und sie geben sich dadurch ein Signal, dass das Containern beginnen kann.  

Das Ziel ist aus den Container, welche auf dem Platz sind alle Brote herauszunehmen und zum Küchenzelt zu bringen. Aber aufgepasst. Auf dem Weg lauern überall Sicherheitsangestellte, welche verhindern wollen, dass das Essen aus den Containern gelangt und  versuchen die Kinder davon abzuhalten, in dem sie ihnen dreimal auf den Rücken klopfen. Gelingt ihnen dies, müssen die Kinder ins Gefängnis und das Brot dem Sicherheitsangestellten abgeben, welcher das Brot wieder zurück in einen der Container tut. Sind aus allen Containern die Brote herausgerettet worden, so ist das Spiel beendet. Dafür müssen sich die Gruppen eben untereinander absprechen. Z.B. macht jede Gruppe einen Verantwortlichen ab, welcher dann zu einem anderen Verantwortlichen aus einer anderer Gruppe geht und mitteilt, dass dieser Container schon fertig ist  und so weiter. (Alternativ, kann auch eine Leitungsperson die Container zusperren. Eine Leitungsperson spricht mit einem der Gefängnisüberwacher, wenn das Spiel zu ende ist und die restlichen Kinder können aus dem Gefängnis heraus. Wir gratulieren uns allen gegenseitig für unsere gute Leistung und die Kinder gehen wieder schlafen.

Wie kann man aus dem Gefängnis entfliehen? Es gibt zwei Wege aus dem Gefängnis zu entfliehen. Die jüngeren Kinder bis zu 10 Jahre, können sich durch einen Handklatsch befreien. Die älteren müssen eine Frage rund um Foodwaste richtig beantworten (siehe Anhang).

Teil 2: Das Wettkochen

Vor dem Spiel

Am nächsten Tag bekommt die Lagerleitung ein Telefon von einem Ladenbesitzer. Er und die 4 weiteren Ladenbesitzer sind wütend, dass wir ihr Brot aus ihrem Abfall gestolen haben und erzählen, dass sie die JuBla St.Paul anzeigen wollen. Wir beschliessen zu überlegen, wie wir dies umgehen können. Jemand hat eine kluge Idee. Wir wollen die Ladenbesitzer zum Essen einladen und so ein wenig beruhigen.

Dafür werden wir ein feines Menu kreieren und zusätzlich das Brot, welches wir am Tag zuvor gecontainert haben auftischen. Die Lagerleitung ist einverstanden und ruft den Ladenbesitzer an. Er bespricht das mit den restlichen vier Ladenbesitzer und sie sagen zu. Nun heisst es möglichst schnell ein gutes Menu hinzuzaubern. Es gibt ein Wettkochen.

Ablauf

Den Kindern wird erklärt, dass alle Zutaten saisonal sind. Zudem wird ihnen erklärt, was saisonal überhaupt bedeutet und die Nahrungspyramide näher gebracht. Als kleines Spiel sehen die TN zehn Bilder von Gemüsen. Sie müssen nun zuordnen, ob es sich jeweils um Sommer-, Herbst-, Winter- oder Frühlingsgemüse handelt. Die Gruppe mit den meisten Punkten bekommt eine Extrazutat aus der Küche.

Die Kinder bereiten selbst alles vor. Das heisst sie besorgen sich Holz, zerkleinern die Zutaten selbst, machen eine Mis-en-place, und erst danach feuern sie an und beginnen zu kochen. Die Kinder sollen selbstständig eine Arbeitsaufteilung vornehmen, damit alle Kinder ihrem Alter gerecht eine Aufgabe eledigen könenn. Zusätzlich richten sie den Essplatz möglichst schön ein und erwarten den Besuch der Ladenbesitzer. Diese trudeln dann ein. Zuerst sind sie ein wenig distanziert. Aber als sie merken wie gut das ganze schmeckt, tauen sie langsam auf. Einige ausgewählte Kinder erzählen ihnen von den Fakten, welche sie in der Nacht im Gefängnis gesammelt haben über Foodwaste. Die Ladenbesitzer sind beeindruckt und auch ein wenig erschüttert. Sie erklären uns eine Lösung zu finden mit dem Problem der Lebensmittelverschwendung in ihrem eigenen Laden. Es gibt einen schönen Abschied, ohne Streit und es werden keine Anzeigen gemacht.

Anhang

Fragen zum Thema Foodwaste für die Befreiung aus dem Gefängnis

(Quellen der Lösungen: WWF)

Rund wieviele einwandsfreie Lebensmittel landen in der Schweiz im Abfall im Jahr?

  1. 2 Tonnen
  2. 300 Tonne
  3. 2 Millionen Tonnen

Weshalb werden eigentlich noch gute Lebensmittel weggeworfen?

  1. Da sie nicht ästhetisch sind (zu dick/ dünn/ klein/ gross)
  2. Per Zufall
  3. weil sie zu teuer sind

Weshalb ist es schlimmer Salat von Kenia, als von der Schweiz wegzuwerfen?

  1. wegen dem Energieaufwand, mit welchem der Salat von Kenia in die Schweiz gekommen ist
  2. weil er wertvoller ist
  3. weil er feiner ist

Was ist energetisch betrachtet am schlimmsten wegzuwerfen?

  1. Fleisch
  2. Knoblauch
  3. Brot

Wieviel Prozent des Brotweizens gehen verloren, während der Verarbeitung und im Haushalt?

  1. 20 %
  2. 43 %
  3. 53 %

Wie kann man Foodwaste verhindern?

  1. Einkäufe bewusster planen
  2. Bio einkaufen
  3. Auf die Verpackungsart schauen

Wieviele Lebensmittel gehen auf dem Weg zum Teller verloren weltweit?

  1. ein Drittel
  2. zwei Viertel
  3. ein Zweitel

Was kann man mit altem Brot machen?

Eigene Ideen gefragt: Beispielsweise Brotsuppe, an Pferde verfüttern, Croûtons, etc.

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