Sie sind hier

Faires Kochen

Bild des Benutzers Switsch
Gespeichert von Switsch am Dienstag, 14. Februar 2017 — 21:48
Durchschnitt: 5 (1 Stimme)
Schwierigkeitsgrad : 
mittel
Vorbereitungsaufwand: 
mittel
Anzahl benötigter Leiterinnen und Leiter: 
5 Leiterinnen und Leiter
Aktivitätsdauer: 
vier Stunden

Dieses Spiel hat im Wettbewerb Faires Lager aus dem Jahr 2016 den 2. Platz gewonnen. Gratulation dazu!

Überblick

Ablauf

Das Spiel gliedert sich in zwei Teile.

  1. Nahrungsmittel erspielen: An verschiedenen Posten können Lebensmittel verdient werden, welche die Gruppen sich gegenseitig wieder abnehmen können.
  2. Selbständiges Kochen in der Gruppe: Mit den verdienten Lebensmitteln stellt sich jede Gruppe ein eigenes Menü zusammen. Zum Kochen muss natürlich auch noch Holz gesammelt und ein Feuer entfacht werden.

Ziele

  • Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer lernen sorgsam mit Nahrungsmitteln umzugehen.
  • Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer kochen aus diversen Zutaten selbst eine Mahlzeit.
  • Den Teilnehmerinnen und Teilnehmer wird bewusst, welche indirekten Auswirkungen ihre Wahl beim Nahrungsmittelkonsum haben können.
  • Die Küche kann von kleineren Nahrungsmittelsrestmengen befreit werden.

Methoden

  • Teamwork
  • Kochen
  • Theaterspielen
  • Bewegen und Sport

Spielmotto oder Hintergrundgeschichte

Es ist Markttag im Mittelalter (oder sonstiges Lagermotto), die Teilnehmerinnen und Teilnehmer haben Hunger, besitzen jedoch kein Gold, um sich Nahrungsmittel zu kaufen. Die Markthändler*innen sind aber so gütig, ihnen etwas von ihrer Wahre abzugeben, wenn die Teilnehmerinnen und Teilnehmer für sie kleine Aufgaben erfüllen. Der Hunger ist gross, die Zutaten sind auf dem Markt nicht sicher, erst im Versteck der Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Die Händler*innen haben Nahrungsmittel in unterschiedlichen Qualitätsstandarts: teures biologisch nachhaltig angebautes Nahrungsmittel, oder billigeres aus unbekannter Herkunft – es ist die Qual der Wahl. Aber Achtung: d* Marktpolizist*in ist ebenfalls vor Ort und schaut, dass alles mit rechten Dingen vor sich her geht …

Erster Teil: Nahrungsmittel erspielen (ca. 1 Stunde)

Anleitung

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer werden in Gruppen von ungefähr je sechs Personen aufgeteilt und erhalten einen Kochtopf, den sie am Rand des Spielfeldes aufstellen, um ihr gesammeltes Nahrungsmittel darin zu lagern. Von diesem Gruppenplatz können die Nahrungsmittel nicht mehr gestohlen werden.

Die Posten

Es gibt vier verschiedene Posten, an denen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer Nahrungsmittel verdienen können. Nach dem Lösen der Aufgabe am Posten, erhalten sie nach Wahl Zutaten für ihr Gericht.

  1. Posten Quiz: Mehrere Teilnehmerinnen und Teilnehmer können gleichzeitig am Posten teilnehmen. We* drei Fragen richtig beantwortet hat, erhält einen Becher mit Zutaten. Die Fragen sind rund ums Thema Nahrungsmittel, Nachhaltigkeit und Produktion.
  2. Posten Theater: Mehrere Teilnehmerinnen und Teilnehmer erhalten einen Begriff, zu dem sie sich während ein paar Minuten ein kurzes Theater einstudieren können. Die Begriffe sind rund ums Thema Nahrungsmittel und Fairtraid. Das Theater wird d* Leiter*in im Anschluss vorgeführt. Nach erfolgreicher Vorführen, erhalten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer einen Becher Nahrungsmittel.
  3. Posten Sport: Zwei Teilnehmerinnen und Teilnehmer treten gegeinander in kurzen Sportwettkämpfen an, wie z. B. im Wettrennen, einem Hindernisparcour, im Sackhüpfen oder ähnlichem. D* Gewinner*in erhält einen Becher mit Nahrungsmitteln.
  4. Posten Diverses: Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer erhalten kleine Aufgaben, die der Allgemeinheit nützen, z. B. Feuerholz sammeln, einen Bereich des Lagerplatzes Fötzeln oder ähnliches. Nach dem Lösen der Aufgabe erhalten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer einen Becher mit Nahrungsmittenl.

Kämpfen

Nahrungsmittel sind erst sicher, wenn sie in den Kochtopf gelegt werden. Zwischen den Posten können die Teilnehmerinnen und Teilnehmer gegeneinander kämpfen. Wird eine Teilnehmerin oder ein Teilnehmer durch dreimaliges Auf-den-Rücken-Klopfen besiegt, so muss er oder sie alle Zutaten abgeben, die er oder sie auf sich trägt.

Bio oder nicht Bio?

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer haben beim Erhalt der Belohnung immer die Wahl, ob sie einen Becher mit Bioprodukt nehmen, oder sich doch lieber für die Nicht-Bio-Konkurrenz entscheiden. Der Biobecher enthält jeweils eine kleinere Menge an Nahrungsmitteln als der Nicht-Bio Becher. Wird ein Nicht-Bio-Becher gewählt, so wird dies insgeheim für d* Marktpolizist*in notiert..

D* Marktpolizist*in

D* Marktpolizist*in sorgt für Gerechtigkeit. Der Kauf jedes zweiten Nicht-Bio-Becher hat eine negative Konsequenz zur Folge, die indirekte Auswirkungen des Nahrungsmittekaufs bzw. -konsums ist und die jeweilige Gruppe beim Weitermachen beeinträchtigt:

Vorkommnis Konsequenz
Arbeiter*innen wurden bei der Produktion ausgebeutet: einer der Teilnehmerinnen und Teilnehmer muss ins Gefängnis, Ein*e Teilnehmer*in muss 5 Minuten aussetzen.
Zu viel Dünger wurde verwendet und hat die Nahrungsmittel schimmeln lassen. Ein Becher Nahrungsmittel wird aus dem Kochtopf entfernt.
Kinderarbeit war bei der Produktion im Spiel; man muss den Kindern Bildung ermöglichen. Es muss eine Seite aus einem Buch abgeschrieben werden.
Die Zutat hat die Erde beim Transport ein ganzes Mal umrundet: Die verursachte CO2-Belastung muss kompensiert werden. Ein*e Teilnehmer*in muss fünf Runden um das Spielfeld laufen.

D* Marktpolizist*in  geht jeweils zur Gruppe und erklärt, was durch die Auswahl passiert ist und was die Folge ist, die nun eintritt.

Wichtig: Den Teilnehmerinnen und Teilnehmern werden beim Erklären des Spiels nicht über die genaue Tätigkeit d* Marktpolizist*in informiert (die Auswirkungen der Entscheidung beim Einkaufen im lokalen Supermarkt werden einem ja auch nicht unmittelbar bewusst). D* Marktpolizist*in tritt erst in Aktion, sobald eine Gruppe Nicht-Bio-Produkte kauft. Für diese Gruppe lauert dann die böse Überraschung.

Spielende

Vor Spielende können die Gruppen untereinander noch Nahrungsmittel tauschen. Ausserdem wird mit allen zusammen nochmal das Gelernte zusammengefasst und aufgezeigt, was alles hinter den Nahrungsmitteln im lokalen ‹Lädeli› oder Supermarkt stecken könnte, wenn sie aus unbekannter Produktion stammen.

Zweier Teil: Selbständiges Kochen in der Gruppe (ca. 2 Stunden)

Alle Gruppen erhalten im Wald eine Feuerstelle zugeteilt und können sich nun ihr Mittagessen selbst zubereiten. Dazu gehört natürlich auch das Sammeln von Brennholz, Feuermachen, das Kochen sowie der Abwasch.

Material

  • Für jede Gruppe: Kochtopf, Streichhölzer, Zeitung zum Feuer machen, Sack- oder Rüstmesser, Schneidbrettchen, Kochkelle
  • 15 Becher pro Gruppe mit Nahrungsmitteln, jeweils Hälfte mit/ohne Bio. Dies können auch ganz viel verschiedene Dinge sein, die vom Kochen übriggeblieben sind und aus dem die Küche nichts für alle Kochen kann. (z. B. ein angefangenes Pack Teigwaren/Reis usw.  einzelne Gemüsestücke wie z. B. Rüebli, Kartoffeln, Zwiebeln usw.).
  • Quizfragen zum Thema Nahrungsmittel, Nachhaltigkeit, Produktion
  • Begriffe zum Thema Nahrungsmittel und Fairtraid
  • Schnur, Pflöcke für Hindernissparcour
AnhangGröße
Datei Anleitung49.28 KB

Kommentare

Bild des Benutzers Gonzo

Hey Switsch, super, dass es mit dem Hochladen geklappt hat. Ich habe mir erlaubt, die Anleitung aus dem Anhang direkt in den Hauptbeitrag zu übernehmen. Ist das okay für dich so? Darüber hinaus würde ich den Beitrag sehr gerne noch etwas «redaktionell» überarbeiten – das heisst Formulierungen vereinheitlichen, Orthografie etc. Was hältst du davon?

Noch als kurze Info für andere Interessent*innen: Dieses Spiel hat im Wettbewerb Faires Lager aus dem Jahr 2016 den 2. Platz gewonnen. Gratulation dazu!