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Erlebnisprogramm: Rut trifft Boas

Bild des Benutzers Saeva
Gespeichert von Saeva am Mittwoch, 9. November 2016 — 21:34
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Durchschnitt: 5 (1 Stimme)
Schwierigkeitsgrad : 
mittel
Vorbereitungsaufwand: 
hoch
Anzahl benötigter Leiterinnen und Leiter: 
4 Leiterinnen und Leiter
Aktivitätsdauer: 
vier Stunden

Übersicht

Wir begleiten Rut und Noomi auf ihrer Reise zurück nach Betlehem. Dabei lernen wir den Bauer Boas kennen. Von ihm erhalten wir Kressesamen, welche wir in Konfitürengläsern anpflanzen, die wir schön verzieren.

Dieses Erlebnisprogramm wurde von Sana, Sharena, Nalani und Zirp im Leiterinnentraining geplant und durchgeführt. Viel Spass damit! :)

Hintergrund: Das Buch Rut

Dieses Erlebnisprogramm basiert auf der biblischen Geschichte Ruts und beinhaltet Kapitel eins (Die Heimkehr) und zwei (Rut auf dem Acker des Boas).

Programmablauf

Zeit Programmpunkte
14:00–14:10
  • Rut und Noomi begrüssen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer (Rollenspiel 1).
  • Gott hat Rut gesendet: Sie ist wie Gott immer an Noomis Seite.
  • Rut und Noomi laden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer dazu ein, zu Noomi nach Hause zu kommen.
14:10–14:45
  • Unterwegs: Noomi wird schwach und braucht etwas zu essen. Da sieht sie einen Bauer, der seine verlorenen Nahrungssäcke (Mehl und Salz in Säckchen) sucht. Gerne helfen wir ihm bei der Suche (Rollenspiel 2)!
  • Zusammen mit dem Bauern setzen wir unseren Weg fort. Nun hat Noomi Durst bekommen, der Bauer kann aber mit Wasser aushelfen. Dieses tauscht der Bauer nur im Gegenzug gegen etwas aus Naturmaterialien gebasteltes.
  • Zuhause (in Betlehem) angekommen, macht sich Noomi an die Zubereitung des Brotteigs und Sammeln von Holz für den Ofen.
14:45–15:00
  • Rut trifft Boas auf dem Feld. Boas fragt die Teilnehmerinnen und Teilnehmer, ob sie wissen, was Gersten sind und führt folgendermassen aus: Wie die Ähren zusammenhalten, soll auch die Gruppe zusammenhalten (Rollenspiel 3).
  • Um diesem Rat nachzukommen, veranstalten wir umgehend ein Gruppenspiel: Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer werden paarweise an je einem Bein mit Klebeband zusammengeklebt. Zusammen müssen sie einen Parcours überwinden. Mit diesem Erfolg verdienen sich die Kinder Kressesamen.
15:00–15:30 Nun ist alles bereit, um das Wunder der Natur zu beobachten. In kleine Gläser (z. B. Konfitürengläser) füllen wir Erde und die verdienten Kressesamen. Das Glas wird mit Papier, Farbstiften und Glitzerstiften verziert. Nun heisst es: Geduld üben!
15:30–16:30 Mittlerweilen ist Noomi sicherlich nicht mehr die Einzige, die Hunger hat. Sie bringt den fertigen Brotteig – kommt dabei nicht umhin, unsere schönen Kressegläser zu bestaunen –, während wir ein Feuer entfachen (Rollenspiel 4). Schliesslich bräteln wir den Brotteig über dem Feuer und können so das wohlverdiente Schlangenbrot zum Zvieri geniessen.
16:30–17:00 Wenn jetzt noch Zeit übrig ist, können wir noch kleinere Spiele spielen: Quakspiel, Rüeblispiel, 200fangis, Sunne Mond und Stern. Ganz zum Schluss wandern wir zurück zum Treffpunkt (Rollenspiel 5).

Erlebnisorte und Rollenspiele

Im Anhang findet sich ein detaillierter Beschrieb der Rollenspiele in Schweizerdeutsch.

Rollenspiel 1: Treffen mit Rut und Noomi (14:00)

Hauptaussagen und Kernpunkte

  • Rut ist für Noomi ein Geschenk von Gott.
  • Noomi lädt die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zu sich nach Hause ein.

Rollen und Verkleidung

  • Rut: Kopftuch und Umhang
  • Noomi: Kopftuch und Umhang
  • Leiter*in: Kluft

Dialog

  • Leiter*in: Oh, schaut! Zeigt auf Noomi und Rut. Ist das nicht Noomi?
    Hallo, Noomi, wie geht’s? Ich habe dich schon so lange nicht mehr gesehen! Oh, und wen hast du da bei dir? Wendet sich Rut zu.
  • Noomi: Hallo zusammen! Das ist Rut. Sie ist die Frau meines verstorbenen Sohnes. Sie hat mich nie verlassen und ist immer an meiner Seite geblieben. Sie ist wie Gott immer bei dir und an deiner Seite – sie ist wirklich ein Geschenk des Himmels.
  • Leiter*in: Oh, das tut mir aber leid, dass dein Sohn gestorben ist. Aber gut, hast du Rut an deiner Seite.
  • Noomi: Ja, ich bin echt froh, dass sie bei mir ist. Aber wir sind auf dem Heimweg und müssen jetzt weite. … Wollt ihr vielleicht mit uns kommen?
  • Alle stimmen begeistert zu.

Rollenspiel 2: Treffen auf einen Bauern und Hilfe bei der Suche nach der verlorenen Fracht (ca. 14:15)

Hauptaussagen und Kernpunkte

  • Noomi wird schwach vor Hunger.
  • Ein Bauer bietet die Zutaten für Brot an, wenn wir ihm bei der Suche nach den verlorenen Zutaten behilflich sind.

Rollen und Verkleidung

  • Rut: Kopftuch und Umhang
  • Noomi: Kopftuch und Umhang
  • Bauer: Bart, Hemd, Hut und ein Beutel oder Sack

Dialog

  • Noomi bleibt stehen. Ein Bauer verrichtet in der Nähe Feldarbeit.
  • Noomi: Oh Gott, ich mag nicht mehr weiter!
  • Rut: Komm Noomi, es ist doch nicht mehr weit, oder?
  • Noomi: Nein, lange ist es nicht mehr, aber ich habe solchen Hunger und zu Hause ist doch nichts.
  • Rut: Ja, Hunger habe ich also auch. Schaut suchend um sich. Schau, da vorne arbeitet ein Bauer auf dem Feld – er hat sicher etwas zu essen. Gemeinsam nähern sich alle dem Bauer.
  • Bauer: Hallo zusammen.
  • Rut: Hallo Bauer. Wir haben einen solch langen Weg hinter uns und nichts zu essen. Kannst du uns vielleicht weiterhelfen?
  • Bauer: Hmm … Von wo kommt ihr denn?
  • Noomi: Wir kommen von Moab und sind auf dem Heimweg.
  • Bauer: Ach so ist das. Ja, ich habe in der Tat etwas, doch habe ich hart dafür gearbeitet, und möchte deshalb auch eine Gegenleistung.
  • Noomi: Ja, das versehen wir natürlich. Ich selbst bin sehr erschöpft von der Reise, aber meine Begleiterinnen und Begleiter hier helfen sicher gerne weiter.
  • Bauer: Ich zeige euch doch am besten gleich, was ich habe. Der Bauer greift in einen Sack oder Beutel und zieht erstaunt die Hand wieder hervor, weil der Behälter leer ist. Oje, da habe ich doch glatt meine wertvolle Fracht verloren!
  • Noomi: Wo warst du denn zuletzt?
  • Bauer in verschiedene Richtungen weisend: Na hier und dort.
  • Rut: Und was war denn deine wertvolle Fracht?
  • Bauer: Es waren 8 Säcke mit Mehl und 8 Säcke mit Salz.
  • Rut sich an die Teilnehmerinnen und Teilnehmer wendend: Kommt, wir helfen bei der Suche.
  • Alle suchen gemeinsam die 16 Säckchen mit den Zutaten, bis alle gefunden sind.
  • Bauer: Wow, vielen lieben Dank! Nun habe ich alles wieder – alleine hätte ich das nie geschafft. Als Dank gebe ich jeder und jedem von euch ein Säcklein mit Mehl und eines mit Salz … In sich gekehrt. Vielleicht hätte ich euch von Anfang an gleich beschenken sollen und nicht geizig auf einem Tausch bestehen.
  • Rut: Vielen herzlichen Dank!
  • Bauer: Wohin führt euer weitere Weg?
  • Noomi in die entsprechende Richtung weisend: In diese Richtung.
  • Bauer: Ich bin hier nämlich gerade fertig mit meiner Arbeit und muss zum nächsten Feld, das auch in dieser Richtung liegt. Wenn ich darf, komme ich gerne mit euch mit.

Rollenspiel 3: Gersteninput und Erhalt der Kressesamen (14:45)

Hauptaussagen und Kernpunkte

  • Ankunft in Noomis Zuhause und Rückkehr des Bauern auf das Feld.
  • Während sich Noomi an die Zubereitung des Brotteigs macht, gehen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zu Boas auf das Feld.

Rollen und Verkleidung

  • Rut: Kopftuch und Umhang
  • Noomi: Kopftuch und Umhang
  • Bauer: Bart, Hemd und Hut

Requisiten und Material für den Erlebnisort

  • Ortsschild zu Bethlehem
  • Halbnomade oder ähnliches Blachenzelt als Noomis Haus.
  • Feuerstelle

Dialog

  • Noomi: Endlich zuhause! Das hier ist mein Haus. Wenn ihr mir die Zutaten für das Brot gebt, dann werde ich uns einen wunderbaren Teig zubereiten.
  • Bauer: Ich muss jetzt auch wieder an die Arbeit. Vielen Dank euch nochmals! Tschüss zusammen. Der Bauer entfernt sich.
  • Noomi sich zuerst vom Bauern verabschiedend, dann an die Teilnehmerinnen und Teilnehmer gewendet: Tschüss! … Wisst ihr, wie man einen Teig zubereitet? … Das ist ja super! Du, Rut, könntest du uns auf dem Feld noch etwas Korn beschaffen, damit wir auch in Zukunft nicht mehr Hunger leiden müssen?
  • Rut sich an die Teilnehmerinnen und Teilnehmer wendend: Okay, das kann ich machen. Kommt ihr mit?
  • Noomi entfernt sich und alle gehen zusammen ein paar Schritte ‹aufs Feld›. Rut beginnt z. B. Gras oder Äste aufzusammeln und motiviert die Teilnehmerinnen und Teilnehmer mitzuhelfen.
  • Bauer näher tretend: Hallo zusammen! Schön, dass ihr mir helft. Nehmt ruhig so viel wie ihr tragen könnt.
  • Der Bauer erklärt, was Gersten sind und hält einen Input dazu: Von den Gersten geht es in Analogie zum Gruppenzusammenhalt, was zum Parcours und zu den Kressesamen führt.
  • Rut: Kommt, wir wollen schauen, was wir mit den Samen, die uns der Bauer geschenkt hat, machen können.
  • Bauer wischt sich den Schweiss von der Stirn und setzt sich hin: Ich brauche zuerst einmal eine Pause.
  • Boas kommt mit der Gruppe mit und Rut erklärt, wie die Kressesamen gesetzt und die Gläser verziert werden.

Rollenspiel 4: Noomis Ankunft mit dem Teig und Hilfe beim Feuermachen (15:30)

Hauptaussagen und Kernpunkte

  • Noomi hat ihren Teig fertig zubereitet.
  • Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer helfen beim Feuermachen und gemeinsam wird das Schlangenbrot gebacken und gemütlich gegessen.

Rollen und Verkleidung

  • Rut: Kopftuch und Umhang
  • Noomi: Kopftuch und Umhang
  • Bauer: Bart, Hemd und Hut

Dialog

  • Noomi sich mit dem Teig nähernd: Oh wow, diese Gläser sind ja unglaublich schön geworden! … Schaut, ich habe aus euren Zutaten einen Teig geknetet, den wir nun über einem Feuer backen können. … Dazu brauchen wir aber noch ein Feuer – wenn ihr mit dem Verzieren eurer Gläser bereits fertig sind, könnt ihr mir gerne beim Feuermachen helfen.

Rollenspiel 5: Abschied und Dank (16:30)

Hauptaussagen und Kernpunkte

  • Gemeinsame Rückkehr zum Treffpunkt
  • Noomi bedankt sich für die Hilfe der Teilnehmerinnen und Teilnehmer.

Rollen und Verkleidung

  • Rut: Kopftuch und Umhang
  • Noomi: Kopftuch und Umhang
  • Bauer: Bart, Hemd und Hut

Dialog

  • Leiter*in an die Teilnehmerinnen und Teilnehmer gewendet: Leider müssen wir nun wieder langsam zurück und Rut, Noomi und Boas alleine lassen.
  • Rut: Ihr habt uns in so vielem geholfen. Wir begleiten euch ein Stückchen Weg.
  • Alle machen sich gemeinsam auf den Rückweg.
  • Noomi: Vielen Dank nochmals für alles! Wir müssen jetzt leider wieder los. Tschüss zusammen und hoffentlich bis bald …
  • Noomi, Rut und Boas entfernen sich.

Material

  • Kressesamen
  • leere (kleine) Einmachgläser mit Deckel
  • farbiges Papier
  • Sekundenkleber
  • Farbstifte, Glitzerstifte
  • Klebeband
  • Plastikbecher für Punsch (bei kälterem Wetter)
  • Anzündwürfel
  • Kochtopf
  • einige Gerstenkörner zum Zeigen
  • Blachen zum Draufsitzen
  • Schöpfkelle
  • Apotheke
  • einige Säckli mit Mehl oder Salz

Aufgaben im Vorfeld

  • Theater einstudieren
  • Verkleidungen
  • Schlangenbrotteig machen
  • Gelände rekognoszieren
  • ein Beispielgläsli verzieren
  • sich über Gersten informieren
AnhangGröße
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Gruppenstunden-Ideen

Gruppenstunden sind ausgearbeitete Programme für den Jungscharnachmittag, der meistens am Samstag, meistens ungefähr von zwei bis fünf Uhr stattfindet und immer wieder Gross und Klein begeistert, erstaunt, verwundert und neugierig macht.